Gestern Abend telefonierte ich mit meiner Freundin (M.). Seit ein paar Tagen schon lag mir eine Frage an sie am Herzen. Also es ging dabei nicht wirklich um sie , eher um eine Situation die sie mir schon vor ein paar Tagen beschrieb.
Es geht dabei , im weiteren Sinne um unsere Söhne, beide sind eher sanft. Klar, können auch diese beiden auf die Pauke hauen, aber eben nur auf die Pauke, nicht auf andere Kinder! Und genau da liegt mein Gedankenkreisel. Als Matti noch sehr klein war, besuchten wir oft eine Freundin, ihr Sohn ist 4 Monate älter als Matti. Quasi vom ersten Tag an zog Mattis den kürzeren, er wurde gehauen, gekniffen, geschubst, Spielzeug wurde aus der Hand gerissen...
Mattis war oft einfach nur entsetzt (wenn ich das über ein 1jähriges Kind schreibe, klingt es vielleicht seltsam, aber es stimmt schon...), er wurde gehauen und angeschrien und wusste nie warum und warum überhaupt hauen? Das kannt er nämlich gar nicht.
Dazu gesagt, geht es gerade in der Familie dieser Freundin seeehr harmonisch zu, sanft, ruhig, erklärend. Also beim besten Willen keine Gewaltbereitschaft seitens der Familie.
Nun passiert dem Sohn meiner Freundin (M.) genau das selbe. Auch ihr kleiner Mann hat eine "Freundin" mit der er oft und sich er auch gut spielt, aber auch nun muss er erleben gehauen, geschubst etc zu werden.
Auch hier ist das Elternhaus entspannt, normal entspannt, kein Gewalt, keine Schläge zur Bestrafung, nicht mehr Geschrei als überall anders.
Nun ist einfach meine Frage: Woher kommt es? Woher kommt es, das Kinder , die unter einem Jahr ( und dann eben später) sind als einzige Kontaktaufnahme Gewalt aussuchen? Wenn sie es nicht vorgelebt bekommen. Wenn sie selber doch gar keine Gewalt erleben, erspüren ,und auch eigentlich keine Grund haben, den sowohl Matti als auch der kleine Sohn meiner Freundin M. ziehen (bzw. zogen) sich eher zurück als sich in den Vordergrund zu stellen.
Irgendwann habe ich meine Konsequenzen aus den Treffen gezogen: es gab keine mehr! Wir Frauen haben uns allein getroffen, meinem Sohn ging es besser so.
Mattis ist bis heute kein Kind, das sich mit hauen, schubsen und treten zu Wehr setzt! Manchmal wünsch ich mir ein bisschen mehr Gegenwehr, wenn ihn etwas stört, aber er wird es schon machen, da bin ich sicher!
Aber trotzdem frage ich mich, fragten wir uns, warum ist das so?
Kennt ihr das auch? Erlebt ihr das auch?
Ich freu mich schon auf das fortsetzten des Gespräches, liebe M. und dann noch das andere Thema, weißt du noch? Auch nicht einfacher....
Dazu vielleicht ein anderes mal... ;o)
3 Kommentare:
Deine Frage ist wohl, ob so etwas anerzogen oder eher Typsache ist, oder? Ich glaube beides! Es gibt genügend Kinder, die ich so im Laufe der letzten 6 Jahre kennengelernt habe, die durchaus ein harmonisches und nicht schlagendes Elternhaus haben und trotzdem dazu neigen, sich körperlich auszudrücken. Ich habe z.B. die Erfahrung gemacht, dass das ganz oft Kinder mit älteren Geschwistern sind. Wobei der ältere Bruder bzw. die Schwester selbst oft gar nicht so gewaltbereit sind und unter den Handgreiflichkeiten der jüngeren Geschwister leiden. Aber so richtig eine Regelmäßigkeit konnte ich nicht erkennen. Die Freundin meiner Tochter war auch immer so ein Kind und manchmal kommt es auch heute noch aus ihr raus. Vielleicht gibt es ein Zusammenhang zwischen der Fähigkeit sich verbal auszudrücken und seine Gefühle in Worte zu fassen. Manche Kinder können das früher andere später. Wenn ich meine Tochter mit ihrer Freundin vergleiche, dann war meine Tochter sprachlich sehr viel weiter. Vielleicht neigt sie deswegen nicht zu Handgreiflichkeiten.
Ich denke, das eigentliche Problem ist, wie man damit als Mutter und Vater umgeht. Wenn man so ein "schlagendes" Kind hat, dann müssen Kinderkontakte eben eng begleitet werden. Und man muss permanent eingreifen, verbalisieren wie man es besser machen kann. Helfen, wie man Konflikte anders lösen kann. Das ist bestimmt ein harter Job, weil man das Kind nur selten aus den Augen lassen kann. Aber ich denke das lohnt sich! LG Frau Zausel
Tja, ich weiß es nicht.
Nach 3 Kinder, die lammfromm alles über sich ergehen ließen, habe ich auch so einen kleinen "Schläger" als 4. Kind. Ich habe keine Ahnung.
Wie Frau Zausel sagte, die Sprache spiel eine Rolle, aber ich kann es mir nicht erklären. Zumal #4 hier unter Welpenschutz steht, die Großen ihn also nie körperlich überlegen behandeln und er sich nicht wehren müßte.
Liebe Grüße
Hallo Kerstin,
tja, was Du schreibst trifft so ziemlich genau den Punkt!
Gestern war besagte Freundin wieder bei uns. Es war "bunt gemischt", von normalem Spiel bis hin zu "nein, T. nicht, ich allein, weg, meins..."
Als die Kleine weg war, war nur noch die andere kleine Freundin da und schwups die wups, haben die beiden sowas von friedlich & harmonisch miteinander gespielt...übrigens bekommt auch die andere Freundin alles ab!
@ Fau Zausel & Muschelsucherin.
Die Sprach-These kann ich als "Betroffene", (Kerstin schreibt hier als Bsp. von meinem Sohn) leider nicht unterschreiben. Mein Sohn ist sprachlich recht faul, fängt nun mit knapp 26 Monaten erst so laaangsam mit 2-Wort-Sätzen an, während seine kleine Freundin in dem Alter (sie ist 3 Monate älter) schon viel mehr konnte! Auch bei ihr zu Hause wird ruhig und normal geredet, aber: es folgen auch kaum Konsequenzen bei schupsen & Co.! Im Regelfall heißt es nur im netten Tonfall: "F., das macht man nicht, dass ist nicht nett, wenn Du nicht aufhörst, dann ...!
Das stört diese Kind aber erstens nicht und zweitens folgt dieses "dann" dann nicht.
Darin liegt meines erachtens, zumindest bei diesem Kind, die Krukx. Man kann teilweise richtig sehen, wie sie uns oder ihre Mama in solchen Situationen herausfordert & anguckt, bevor sie wahlweise schupst oder ähnliches. Wenn sie dann Grenzen oder Schimpfe von mir (was Mama auch völlig akzeptiert) bekommt, hört sie meistens auch auf.
Im übrigen hat F. letzten Besuch gehabt, in der sie die Betroffene war, wo ihre größere Freundin sie so behandelt hat, wie F. normalerweise handelt. Nur reagieren, aber nicht agieren zu können, hat ihr anscheinend gut getan, ihr Verhalten gestern war weniger egoistisch!
Aber festzuhalten bleibt: Das Naturell mancher Kinder ist einfach ein rebellisches, woher auch immer das kommt, und damit wären wir wohl wieder am Anfang der Diskussion...;-)
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