Samstag, 12. Januar 2013

Warum eigentlich

... muss ich mich immer irgendwie rechtfertigen das ich noch nicht wieder arbeite, mich zu Hause um Henry und natürlich auch um Mattis kümmere, das ich meine Zeit ja geniessen würde, das ich ja IMMER Zeit habe. Warum ist das so schlimm? Warum ist das eigentlich nicht mehr der normal Fall? Warum müssen denn immer mehr Kinder mit nur einem Jahr, oder auch schon darunter,  ganzTags betreut werden? Warum darf diesen Mäuschen nicht auch die Möglichkeit gegeben werden mit Mama( oder gern auch wahlweise Papa) zu Hause die Zeit zu verbringen?

Meine Mama war zu hause , bis ich zwölf war, und das war gut so! Es war immer jemand zu hause wenn ich von der Schule kam.

Ich weiß schon, das hört sich jetzt sehr nach nur schwarz oder weiß an. Und eigentlich bin ich nicht der Freund von nur Zwei Seiten. Und natürlich weiß ich das es eine menge Gründe, gute Gründe gibt, warum Kleinstkinder fremdbetreut werden müssen. Aber wenn ich mir dann anhören darf/ muss, das der.... mit einem Jahr dermaßen unterfordert ist , allein zu Hause mit Mama, das er dringend den Kontakt mit andren Kinder braucht möcht ich eigentlich nur sagen, ja sicher dann geh doch mit ihm in eine Spielgruppe, spiele mit ihm, erlebt was. Aber die Kleinen morgens abgeben und nachmittags wieder holen, fertig bespaßt, das kann doch auchnicht der Weg sein, oder?
 Ich setz mich jetzt wahrscheinlich ziemlich in die Nesseln, aber ich fühl mich langsam so blöd angemacht, so als wenn ich Henry die Entwicklung verbaue, nur weil ich mit ihm hier bin, in den Zoo fahre, in den Tiergarten, wir zum Kinderturnen gehen, zum Spielkreis, zum Markt, spazieren, Esel, Schweine und Kühe füttern, gemeinsam saugen, wischen und den Spüler ausräumen, Lego bauen, Unordnung machen, diese drei ersten Jahre in seinem Leben einfach mal auskosten. Muss ich mich dafür wirklich rechtfertigen?


 So, mein Wort zum Samstag!

Und ja, ich weiß um alle Alleinerziehenden und die bei denen es finanziell nicht immer glatt und rosig aussieht. Aber ganz ehrlich, die ermöglichen doch bald das meiste!

4 Kommentare:

Karen hat gesagt…

Rechtfertige dich einfach nicht, sondern genieße die Zeit mit deinen Jungs! Ich bin unendlich dankbar, dass es mir möglich war, mit meinen Kindern zuhause zu sein! Es war so schön für uns alle! Und auch jetzt arbeite ich nur stundenweise und nur zu Zeiten, wo meine Kinder sowieso in der Schule sind. Ich weiß auch, dass unsere Situation Luxus ist, den nicht jede Familie hat - genau deswegen genieße ich es ja so :-)

Ich bin fest davon überzeugt, dass Dein Kleiner zuhause nicht unterfordert ist und er lernt sicher auch in eurer Familie und mit Freunden das erforderliche Sozialverhalten. Einfach weiter machen und die Ohren auf Durchzug stellen.

Liebe Grüße,
Karen

(war das jetzt eigentlich mein erster Kommentar hier, obwohl ich schon so lange mitlese?!)

fraurhodan hat gesagt…

Danke. Der Artikel tat mir gut.
Ich finde ja selbst dass meine 2jährige "nie genug" ausgetobt ist, aber trotzdem tut es mir weh, dass alle Leute die ich treffe oder die mich anrufen zuallererst fragen: Uuuuund? Habt ihr endlich einen Kindergartenplatz? Als wäre ich eine Rabenmutter weil ich nicht vor dem Kindergarten campiere, demonstriere oder die Stadt verklage, nur weil ich eben keinen Platz ab 2 bekommen habe und der Platz ab 3 eben noch nicht sicher ist. Als würde es meinem Kind deswegen schlecht gehen, weil es bei mir "sein muss".

Anonym hat gesagt…

Ich finde es auch schade das viele Kinder so früh den ganzen Tag betreut werden. Wenn es finanziell nicht anders geht, klar. Aber man bekommt doch kein Kind(er) um es schon so früh den ganzen Tag abzugeben. Meine Mutter war auch bis zum 12. Geb. meines kleinen Bruders zu Hause (3 Kinder, 2 Hunde, Haus und Garten). Das war aber bei fast allen Kindern bei mir im Ort so und es hat keinem geschadet, dass die Mutter zu Hause war wenn man aus dem KiGa oder der Schule heim kam, im Gegenteil. Ich komme aus Rlp, viele Kolleginnen von mir aus der ehem. DDR. Da höre ich immer das deren Mütter ja schon ein paar Monate nach der Geburt wieder arbeiten gehen "durften". Nur wir um Westen sind ja soooo rückständig was die frühkindliche Betreuung angeht.
Es soll jeder so machen wie er es für richtig hält und sich finanziell leisten kann! Und wenn man pro Kind 3 Jahre oder länger zu Hause bleiben will soll er es machen dürfen ohne sich blöde Kommentare anhören zu müssen!

Gruß
Kerstin

Frau Mena hat gesagt…

Ich kann dich verstehen, denn auch ich habe mich so manches Mal in diese Ecke gedrängt gefühlt! Als ich das vierte Erziehungsjahr für meine Tochter in Anspruch genommen habe, dann kam der Kleine, nun hätte ich im Sommer wieder anfangen müssen und habe unbezahlten Urlaub für anderthalb Jahre genommen...und ich fühle mich gut dabei! Ich genieße es, nur den "normalen" Stress zu haben. Ich genieße es, mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können. Ich genieße es, mit meinem Nähen etwas Geld dazu zu verdienen, von zuhause aus (meistens), und es macht auch noch Spaß.

Die Kinder werden so schnell groß und wollen sicher zu einer bestimmten Zeit nur noch wenig mit uns zu tun haben - wenn es irgendwie geht soll man sich das doch leisten (und wir machen hier definitiv keine großen Sprünge!) und vor allem auch leisten dürfen!

Ich denke, es ist manchmal ein wenig Neid dabei, wenn Sprüche kommen.

Herzliche Grüße aus der Peiner Gegend :)

Frau Mena.